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[0x06] Mit der Shell kleine Alltagsprobleme lösen

Zur Intro hat uns l0rb eine kurze Intro in die Shell Syntax gegeben und dabei bereits einige Problemlösungen vorgestellt. Das ganze kann auch im Nachhinein gleich selbst interaktiv ausprobiert werden, in der eigenen Shell oder direkt im Webbrowser: https://repl.it/@l0rb/bash101

Danach hat uns Maria gezeigt, wie alle FLAC-Audiofiles (z.B. Musikstücke) im aktuellen Verzeichnis mit einer command line in MP3-Audiofiles konvertiert werden können. Und zwar lässt sich das so machen (vorausgesetzt lame und flac sind schon installiert, z.B. mit sudo apt install lame flac):

for f in *.flac; do flac -cd "$f" | lame -b 320 - "${f%.*}".mp3; done

Alternativ kann auch SoX verwendet werden, das für Sound eXchange steht und nach Eigenangaben in der manual page „the Swiss Army knife of audio manipulation“ ist (vorausgesetzt es ist z.B. mit sudo apt install sox schon installiert worden, wie auch die lame und flac libraries oben schon):

for f in *.flac; do sox ${f} ${f%.flac}.mp3; done

Abgesehen vom kürzeren Befehl, der ohne Pipe auskommt, ist der Vorteil von SoX, dass mit einem einzigen Programm gleich ganz verschiedene Formate konvertiert und bearbeitet werden können. Ein Nachteil hier ist jedoch, dass die jeweiligen Libraries schon installiert sein müssen, was je nach Distribution und Format bereits out-of-the-box installiert ist, einfach über ein Paket mit offensichtlicher Benamung installiert werden kann, oder sich eben erst nach mühsamer Webrecherche durch Installation bestimmter Library-Pakete löst.

Für besonders Wagemutige (oder einfach nur Geduldige und ausdauernde Doku-Leser*innen oder Websearcher*innen) empfiehlt sich das besonders mächtige ffmpeg, mit dem nicht nur Audio- sondern auch Videobearbeitung direkt von der command line gemacht werden kann. Auch hier müssen die relevanten Codecs (via entsprechender Library Pakete) installiert sein. Dann lassen sich mit folgender command line alle .flac files in einem Verzeichnis und allen Unterverzeichnis finden und per ffmpeg in .mp3 files konvertieren (die ursprünglichen .flac files bleiben dabei unverändert):

find -name "*.flac" -exec ffmpeg -i {} -acodec libmp3lame -ab 128k {}.mp3 \;

ffmpeg kann, sofern nicht bereits schon im System vorhanden, z.B. bei Debian basierten Distributionen mit sudo apt install ffmpeg installiert werden. Zum Codieren, je nachdem in welches Format, braucht ffmpeg auch die entsprechenden libraries.

Zum Abschluss des Abends hat uns jackie noch gezeigt wie wir unser Notebook aus der command line heraus schlafen legen können. Dazu gibt es je nach Distribution und verwendetem init system unterschiedliche Variante. Einen guten Überblick bietet der Quick Tip: How to Suspend from the Command Line in Andrew Powell’s The Linux Rain.

Demnach ist das in systemd-basierten Distributionen, also vor allem Ubuntu, Debian, Fedora und Arch, ziemlich einfach mit einem:

systemctl suspend

Für nicht systemd-basierte Distributionen (z.B. Gentoo, Devuan oder Void) oder auch für wesentlich ältere Versionen der oben genannten, ist das auch nicht viel komplizierter, benötigt aber root-Rechte:

sudo pm-suspend

Und schwupps, schon schlummert das Notebook im sleep mode, bzw. zu deutsch Bereitschaftsbetrieb, in der Fachsprache auch suspend to RAM. Nun wartet es darauf wieder aufgeweckt zu werden. Genauso einfach können mit einem systemctl poweroff und systemctl hibernate ein Herunterfahren des Systems oder der Tiefschlafmodus aktiviert werden, der eigentlich Ruhezustand, oder im englischen eben hibernation genannt wird, der zwar gar keinen Stromverbrauch mehr hat, dafür auch länger wieder zum hochfahren dauert. In der Fachsprache heißt letzterer suspend to disk. Das weist auch auf den fehlenden Stromverbrauch und die längere Ladezeit hin. Während bei suspend to RAM der aktuelle Systemzustand im RAM gespeichert wird, der als flüchtiger Speicher eben doch ein bisschen Strom braucht um die Information auf Dauer zu behalten, wird beim suspend to disk der komplette Systemzustand auf die Festplatte geschrieben. Letztere braucht als nicht-flüchtiger Speicher keinen Strom um die Daten dauerhaft zu speichern, ist aber langsamer als der RAM, wenn für das Hochfahren des Systems der gesamte Systemzustand wieder geladen werden muss.

Nun gut, jetzt können wir also unser Notebook von der command line aus (tief-)schlafen schicken und haben einen Klick gespart. Aber was bringt das wirklich?

Zuerst mal wollen wir vielleicht zum Schlafengehen noch Musik vom Notebook hören, wollen aber nicht, dass dieses dann die ganze Nacht noch durch läuft. Wenn wir also nun unseren Musikplayer laufen haben und das Notebook nach 30 Minuten von selbst schlafen gehen soll, brauchen wir nur folgendes:

sleep 30m && systemctl suspend

Genauso können wir ein Backup ausführen und das Notebook danach schlafen legen. Wex sich nach dem Juni-Meetup [0x03] zu Backups auch ein Backupscript, sagen wir unter /usr/local/bin/backup.sh eingerichtet hat, kann dies dann analog zum obigen Beispiel so tun:

backup.sh && systemctl suspend

Und wer zu später Stunde keine Lust mehr viel zu tippen hat, kann sich in der eigenen .bashrc, oder in den .bash_aliases, je nachdem wie eins das konfiguriert hat, noch folgende Zeile einrichten:

alias b='backup.sh && systemctl suspend'

Einfach geht dann backuppen vor dem Schlafengehen nicht mehr:

b

Na dann, liebe Linüxe, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!

[0x07] Verbreitete Linux-Anwendungsprogramme und -Distributionen

Für unser siebtes Meetup gastieren wir zum ersten mal in der Villa Vida und wollen uns die diversen freien Anwendungsprogramme anschauen, die unter Linux zur Verfügung stehen. Von klassischen Office-Programmen aus der LibreOffice Suite, über das Bildbearbeitungsprogramm GIMP, das Vektographikprogramm Inkscape oder der Desktop-Publishing-Anwendung Scribus. Ebenso wagen wir ein paar Blicke auf die Audioschnittsoftware Audacity und eventuell gibt es auch noch Zeit und Expertise zu Videoschnittprogammen.

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[0x06] Alltagsproblemchen mit der Shell lösen

Unser näxtes Meetup steht vor der Türe, und wir wollen uns diesmal anschauen (und ausprobieren), wie wir verschiedene, teils nervige Alltagsprobleme mit der Shell lösen können. Da gibt es zum Beispiel das verbreitete Problem einen Haufen von Fotos automagisch umbenennen und sortieren zu wollen. Eventuell sollen diese auch gleich in der Größe angepasst werden. Oder wir wollen unsere Musikdaten in ein anderes Format konvertieren. Oder aber wir wollen rausfinden was eigentlich wie viel Platz in unserem System braucht und wo es vielleichta auch Potential zum Aufräumen gäbe. Zu guter letzt wäre es am Ende des Tages auch schön, wenn uns unser Laptop zum Einschlafen Musik vorspielt oder ein Audiobuch vorliest, während ein tägliches Backup gemacht wird, und dann aber automagisch schlafen geht.

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Next up: Fr., 25. Oktober 2019

Das näxte Meetup ist schon in Planung und soll wieder am letzten Freitag im Monat, dem 25.10.2019 um 17.00 stattfinden. Noch ist alles in Planung, Details folgen, sobald alles fix ist.

Inhaltlich wirds aber eine kurze Einführung in die Shell-Syntax geben und dann wollen wir gemeinsam unterschiedliche Alltagsprobleme in der Shell lösen (z.B. eine ganze Reihe von Foto-Foldern auf einmal zu verkleinern, oder das Notebook abends zum Einschlafen noch ein wenig Musik spielen und dann automagisch schlafen gehen zu lassen).

[0x03] Juni 2019: Backups

Es ist Juni 2019, der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen, und du schwitzt dich gerade dabei ab deine letzten Änderungen an deiner großen Abschlussarbeit vorzunehmen. 15 Uhr, die Hitze im kleinen Kämmerchen wird fast unaushaltbar, aber hey, ein Licht am Horizont, die letzten Tastenanschläge sind getan. Du drückst auf speichern und freust dich schon auf das kühle Getränk am Donaukanal.

Dort angekommen ist es freilich supervoll. Das macht nix, du hast dich mit Freund*innen getroffen und ihr stoßt darauf an, dass du mit dem ganzen Scheiß endlich fertig bist. Nieee wieder Schule! Cheers. Was für ein toller Tag.

Just in dem Moment radelt eine ganze Meute von Tourist*innen auf Citybikes vorbei und fährt euch fast nieder. In dem ganzen Troubel fällt dein Rucksack in den Donaukanal. Naja, war eh nicht wirklich viel drin. Oh doch, scheiße, dein Notebook! Mit der Abschlussarbeit! Und du hast dich bis jetzt davor gedrückt ein tägliches Backup einzurichten. Und das letzte mal, dass du alles manuell auf eine Platte kopiert hast ist auch schon ein paar Wochen her. Neeeeeeein!

Von Jackie frei erfunden an einem launigen Sommermorgen beim Frühstückskaffee. Und nein, sie war gestern nicht am Donaukanal.

So oder ähnlich kann es dir gehen, wenn du keine Backups machst oder diese nur sporadisch – wenn’s dir eben halt mal einfällt – vornimmst. Klar, das beste Backup ist jenes, das du auch nie brauchst. Nur wenn du’s eben mal brauchst…

Wir haben uns also bei unserem 3. Meetup am 14. Juni 2019 mit der Frage von Backups unter Linux auseinandergesetzt und zwei Tools dazu genauer unter die Lupe genommen: Déjà-Dup als grafisches Tool und Frontend zu Duplicity, sowie Borg als CLI-Tool. Beide bieten verschlüsselte Backups an und eignen sich daher auch für Remote Backups. Weil was habe ich vom besten Backup, wenn’s nur auf einer externen Platte ist, die an meinem Raspberry Pi in meiner Wohnung hängt, und die gemeinsam mit meinem Notebook gefladert wird?

Die Slides zum Talk und den Demos von Jackie könnt ihr unter https://tantemalkah.at/2019/flm0x03-backups nachlesen und nachschauen. Neben ein paar allgemeinen Infos zu Backups, die sich in den Slides finden, sind dort auch zwei Screencasts verlinkt, einmal zu Déjà-Dup und einmal zu Borg.

26. April 2019: Linux-Distributionen – Installation & Setups

Liebe Linux-interessierte Frauen*, Non-Binary*, Trans* und Inter* Personen!

Da unser erstes Meetup großen Anklang fand und uns alle sehr motiviert hat, geht es Ende April mit unserem zweiten Termin weiter. Wir werden uns vor allem damit beschäftigen wie verschiedene Linux Distributionen aufgesetzt und ausporbiert werden können (auch ohne am eigenen Gerät etwas zu ändern). Wex das voll ausnutzen mag, bringt am besten ein eigenes Notebook und einen USB-Stick mit. Nebenbei bleibt aber auch Platz für Plausch zu allen anderen Dingen.

Weiterlesen: Details

[0x01] März 2019: Intro

Bei diesem ersten Meetup fanden sich an die 20 Linux-Begeisterte und Interessierte zusammen, um einander kennen zu lernen und Ideen für weitere Meetups zu sammeln. Inhaltlich haben Lucia und Jackie einen Vortrag zur Funktionsweise von Computern und Betriebssystemen und der Geschichte von Freier Software und Linux beigesteuert. Der Vortrag ist Teil eines umfrangreicheren Linux Intro Workshop, die Unterlagen dazu gibt es hier: Linux Intro Workshop: Crash-Kurs Betriebssysteme & Linux.

Danach haben wir Ideen gesammelt was es alles an spannenden Themen gibt, die wir uns gern auf weiteren Meetups aneignen möchte. Die Liste werden wir kontinuierlich weiterführen, fürs erste kam aber schon eine ganze Menge zusammen:

  • Zeux automatisieren (z.B. updates; oder: everything; oder: the boring stuff)
  • Soundbearbeitung unter Linux
  • Setups und Installationen
  • Scripte schreiben
  • Virtualisierung
  • Eltern remote supporten
  • Distros vorstellen & ausprobieren
  • die wichtigsten Shell-Befehle
  • Infrastruktur zum Resource-Sharing
  • Webserver aufsetzen
  • Nextcloud aufsetzen
  • Privacy unter Linux
  • Raspberry Pi
  • Grundlagen der IT-Security
  • Was mach ich mit meinem Linux-Computer so die ganze Zeit
  • Anwendungsprogramme
  • FHS oder: wo liegt denn hier eigentlich was?

Auf der Ebene der Formate haben wir neben Talks und Plauderei auch noch über offene Workshops und mit Themen befüllte Frühstücke/Brunches nachgedacht.

Für das näxte Meetup haben wir auch schon ein paar Rahmendaten fixiert. Die Ankündigungen findet ihr hier in der Termin-Übersicht.

Next up: Fr., 26.4.2019

Das näxte Meetup ist schon in Planung und soll wieder am letzten Freitag im Monat, dem 26.4.2019 um 17.30 stattfinden. Wir planen wieder den Zemanek HS anzufragen.

Diesmal werden wir uns mit der Installation von Linux-Distributionen auseinandersetzen. Wer schon immer mal die eine oder andere Distribution ausprobieren wollte, bringt am besten gleich den eigenen Computer mit.

Noch ist alles in Planung, Details folgen, sobald alles fix ist.